S T E C K B R I E F:

Schauspieler, Synchronsprecher, Synchronregisseur, Dialogbuchautor. War die deutsche Stimme u.a. von Sean Connery, Paul Newman, Lex Barker, Rock Hudson, Richard Burton, Tony Curtis, Burt Reynolds, William Shatner, Franco Nero, Clint Eastwood. Rod Taylor, Kirk Douglas, Michel Piccoli, Patrick Macnee, Robert Culp. Mehr als 1.075 Sprechrollen. Geboren am 21. Februar 1929 in Berlin. Sternzeichen Fische. Lebte in Starnberg. Gestorben am 17. November 1997 in Feldafing.

Synchronschauspieler Gert Günther Hoffmann war die deutsche Stimme von Sir Sean Connery. Seit den frühen sechziger Jahren wurde er nahezu ausschließlich auf die Hollywoodlegende besetzt. Für den Oscar-und Golden Globe-Preisträger stand er natürlich alias Geheimagent James Bond auf der Gehaltsliste des MI6. Allerdings erst ab dem zweiten Fall des Agenten, als dieser den Russen in Istanbul eine Dechiffriermaschine entwendet. Gert Günther Hoffman wurde in Liebesgrüße aus Moskau (1963) stimmlich zum Geheimagenten 007. Im ersten Blockbuster, James Bond jagt Dr. No, wurde Sean Connery von Klaus Kindler (Clint Eastwood-Stimme), synchronisiert. Goldfinger, Feuerball, Mann lebt nur zweimal, Diamantenfieber und Sag niemals nie entstanden in der deutschen Synchronisation mit der wunderbaren stimmlichen Klangfarbe von Gert Günther Hoffmann. Nach dessen Tod wurde Sag niemals nie im Jahr 2001 für eine Videoproduktion nachsynchronisiert. Hier tauchte Synchronsprecher Engelbert von Nordhausen (Samuel L. Jackson-Stimme), in die Rolle des Gentleman-Agenten.

Über die Jahrzehnte verkörperte Gert Günther Hoffmann Sean Connery in vielen großartigen Produktionen. Gewiss wurden sowohl Sean Connery als auch seine deutsche Synchronstimme einst durch die James Bond-Verfilmungen äußerst populär. Doch spätestens seit den siebziger Jahren entwickelten sich zunehmend bedeutende Charakterrollen. In der Agatha Christie Verfilmung Mord im Orient-Express (1974) synchronschauspielte Gert Günther Hoffmann den Briten alias Colonel Arbuthnot. Unvergessen auch sein Synchronschauspiel als Franziskaner William von Baskerville in der Bernd Eichinger-Produktion Der Name der Rose. Das Drama aus dem Jahr 1986 wurde mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem wurde Sean Connery für sein Hauptrollenspiel mit dem Deutschen Filmpreis und dem British Academy Film Award geehrt.

„Wir kamen aus der Dämmerung der Zeit und wanderten unerkannt durch die Jahrhunderte. Verborgen vor den Augen der Welt, kämpften und trachteten wir danach, die Zeit der Zusammenkunft zu erreichen. Wenn diejenigen, die dann übriggeblieben sind, den Kampf bis zum letzten Mann austragen werden. Ihr wusstet nicht, dass wir unter euch weilten – bis heute.“ Mit absolutem Gänsehaut-Faktor synchronisierte Gert Günther Hoffmann den Prolog von Sean Connery alias Ramirez zu Beginn des Blockbusters Highlander – Es kann nur einen geben, ehe die Handlung des Action-Historie-Fantasy-Abenteuers in New York, Mitte der achtziger Jahre beginnt.

Packend und atemberaubend synchronschauspielte Gert Günther Hoffmann Connery‘s Rolle alias Polizei-Captain John Conner im Thriller Die Wiege der Sonne (1993) an der Seite von Wesley Snipes (gesprochen von Torsten Michaelis). Würdevoll sein Synchronschauspiel alias König Richard Löwenherz in Robin Hood – Könige der Diebe. Die Produktion mit Kevin Costner (gesprochen von Frank Glaubrecht) und Morgan Freeman (gesprochen von Jürgen Kluckert) wurde sowohl für den Oscar als auch für zwei Golden Globe-Awards nominiert.

Egal in welches Synchronschauspiel der großartige Gert Günther Hoffmannauch eintauchte, er brillierte.Über Jahrzehnte hinweg war er einer der gefragtesten deutschen Synchronsprecher. Verdienter Weise wurde er als König der deutschen Synchronsprecher bezeichnet, wenngleich der sympathische Schauspieler viel zu bescheiden war, als dass ihm diese Titulierung gefallen hätte. Auch hatte GG Hoffmann, wie er in der Branche genannt wurde, eine recht ungewöhnliche Einstellung zu seiner unverwechselbaren und so gefragten Stimme. „Ich habe mir keinen einzigen der Filme angesehen, bei denen ich gesprochen habe. Ich mag meine Stimme nämlich nicht gerne hören,“ bekundete er in den neunziger Jahren in einem Interview.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1997 war Gert Günther Hoffmann auch die deutsche Standartstimme von Paul Newman, in Abwesenheit wurde er von seinen Synchronkollegen Wolfgang Kieling und Michael Chevalier vertreten. Hoffmann synchronschauspielte die Hollywoodlegende in Produktionen wie Der Unbeugsame, Der Clou oder auch Die Farbe des Geldes. Paul Newman wurde elfmal für den Oscar nominiert und für seine Hauptrolle in Die Farbe des Geldes mit dem Academy Award ausgezeichnet. Darüber hinaus wurden sein Lebenswerk und sein humanitäres Engagement mit zwei Ehren-Oscars gewürdigt.

Nicht zu vergessen, wie oft Gert Günther Hoffmann unsere Fantasie alias Captain James T. Kirk (William Shatner) an Bord von Raumschiff Enterprise in ferne Galaxien entführte. Heldenhaft auch sein Synchronschauspiel auf der Erde, wenn er für den unvergesslichen Lex Barker in das Stimmenschauspiel alias Old Shatterhand tauchte und mit seinem Freund Winnetou für das Gute kämpfte.

Die unverwechselbare Stimme von Gert Günther Hoffmann war aus dem deutschen Sprachraum nicht wegzudenken. Synchron, das war seit Mitte des 20. Jahrhunderts sein zu Hause. Und es war schon immer das künstlerische Schaffen, welches ihn faszinierte. Dennoch absolvierte er nach der Schule zunächst eine Ausbildung zum Kaufmann. Allerdings wechselte er recht schnell die Branche und brachte seine großartige Stimme als Sprecher beim Berliner Rundfunk ein. Anfang der fünfziger Jahre stand er erstmals im belgisch-deutschen Spielfilm Das Bankett der Schmuggler vor laufender Kamera. Später spielte er am Theater. Unter anderem im deutschen Bühnenstück von Curth Flatow Das Geld liegt auf der Bank.

Sein größtes Talent war allerdings die Arbeit mit seiner wunderbaren Stimme. Gert Günther Hoffmann setzte die beruflichen Schwerpunkte im Synchron. Im Alter von 40 Jahren verließ er Berlin, um fortan in München zu leben, was ihm beruflich einige neue Möglichkeiten eröffnete. Hoffmann wurde auf die Hauptrolle der ARD-Krimi-Serie Sonderdezernat K1 besetzt und spielte zehn Jahre lang die Rolle des Kriminalhauptmeisters Matofski. Parallel stand er auch für das SR-Fernsehspiel Tod im Studio vor der Kamera. In der deutschen Filmsatire Der starke Ferdinand von Alexander Kluge spielte er eine Hauptrolle.

Doch auch nach Verlagerung seines Lebensmittelpunktes nach Bayern blieb die Synchronisation der Mittelpunkt seines künstlerischen Wirkens. Im Kino, aber auch in deutschen Wohnzimmern. Kaum ein Abend verging ohne den Wohlklang seiner wunderbaren Stimme in zahlreichen Fernsehfilmen und Serien: Cannon, Die V.I.P.-Schaukel, Kung Fu, Die Straßen von San Francisco, Der Magier, Star Trek, Drei Engel für Charlie, Mit Schirm, Charme und Melone, Die Muppet Show, Falcon Crest, Der Denver-Clan, Das A-Team, Mord ist ihr Hobby, Roseanne, Alf. Die Aufzählung seiner Synchronarbeiten über fast ein halbes Jahrhundert ließe sich seitenweise fortsetzen.

Gert Günther Hoffmann verstarb im Alter von 68 Jahren. Das war am 17. November 1997 in Feldafing.

Lieber Gert, als Erzähler der Pink Panther-Serie hast du uns wissen lassen: „Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage.“ Wir sehen es so, Du wirst nicht wiederkommen, weil uns mit deinem kreativen Schaffen, deinem wunderbaren Lebenswerk, nie verlassen hast und immer gegenwärtig sein wirst. Danke, für all die wunderbaren Stunden auf Zelluloid, mit denen dein Platz in unseren Herzen fest verankert ist. Dein Corsta, Deine Freunde aus den Carpe Diem Studios.

H Ö R B E I S P I E L E:

Hörprobe 1:

Hörprobe 2:

Hörprobe 3:

Hörprobe 4:

Erzähler Stimme – Der rosarote Panther

Butch Cassidy Und Sundance Kid

Karneval der Killer (Gern hab ich die Frauen gekillt) – als Lex Barker