S T E C K B R I E F:

Schauspieler, Synchronsprecher, Hörspielsprecher. Deutsche Synchronstimme u.a. von Steve Martin, Ian McKellen, Anthony Perkins, Fred Astaire, Audie Murphy, Van Johnson, George Peppard, Jerry Stiller. Mehr als 870 Sprechrollen. Geboren am 19. Dezember 1926 in Berlin. Sternzeichen Schütze. Lebt in Sassenburg.

Eckhart Dux ist die deutsche Synchronstimme von Steve Martin. In zahlreichen Produktionen schlüpfte er stimmlich in die Schuhe des Hollywoodlieblings. Mal als frustrierter Anwalt, der eigentlich gerne Musiker werden möchte und ausgerechnet mit der Tochter seines Chefs eine Beziehung führt. Eine herrliche Komödie aus dem Jahr 1984. Steve Martin wurde für seine Verkörperung alias Roger Cobb in Solo für 2 für den Golden Globe Award nominiert. Großartig auch das Synchronschauspiel von Eckart Dux in der US-amerikanischen Filmkomödie Vater der Braut (1991). Wieder stimmenschauspielte Dux für Martin einen zunächst etwas frustrierten Charakter, den Brautvater George Stanley Banks, der sich mit den Hochzeitsplanungen und dem Schnösel seiner Tochter nicht anfreunden kann. Eine wunderbare Komödie, die erstmals 1950 mit den Hollywood-Legenden Spencer Tracy und Elizabeth Taylor verfilmt wurde. Synchronschauspieler Eckart Dux brachte Steve Martin ebenso in der filmischen Fortsetzung Ein Geschenk des Himmels – Vater der Braut 2, in den deutschen Sprachraum und vor allem ins Zentrum unserer Lachmuskeln. Die Rolle als werdender Großvater und Vater brachte Steve Martin eine Nominierung für den Golden Globe Award ein.

Synchronsprecher Eckhart „Ecki“ Dux ist ohne Zweifel ein versierter Veteran in der Synchronisation, ganz gleich, welchen filmischen Charakter er stimmenschauspielt. Man muss es sich einfach numerisch vor Augen führen, Eckart Dux ist seit mehr als 70 Jahren erfolgreich im Synchrongeschäft aktiv. 1948 sprach er seine allererste Rolle und ist gemeinsam mit dem wunderbaren Jürgen Thormann (Michael Caine), der deutsche Synchron-Veteran, wahrlich eine lebende Legende und das verdient Würdigung. 2008: Deutscher Preis für Synchron, 2013: Ohrkanus-Hörbuch- und Hörspielpreis. Mit beiden Auszeichnungen wurde sein herausragendes Gesamtwerk im Synchron beziehungsweise sein Lebenswerk geehrt.

Eckhart Dux ist auch die deutsche Stimme des wunderbaren Jerry Stiller im US-Serien-Hit King of Queens mit Kevin James und Leah Remini alias Doug und Carrie Heffernan. In allen 174 Folgen der beliebten Sitcom spielte er stimmlich Carries herrlich exzentrischen Vater, der nach dem Tod seiner Frau versehentlich sein Haus niederbrannte und bei Doug und Carrie im Keller einzog. Eckhart Dux synchronschauspielte den lauten, mürrischen Arthur Spooner derart brillant, dass er 2006 mit dem Synchron-Award Die Silhouette als bester Synchronschauspieler einer Serie ausgezeichnet wurde. Dem US-amerikanischen Schauspieler Geoff Pierson lieh Dux in der 12-teiligen Serie Designated Survivor mit Golden-Gobe- und Emmy-Preisträger Kiefer Sutherland von 2016 bis 2019 seine wunderbare Stimme.

Großes Kino für Eckart Dux auch für seine hervorragende Synchronarbeit für Ian McKellen alias Gandalf in Peter Jacksons vielfach ausgezeichneter Hobbit-Trilogie. Nach dem Tod seines Synchronkollegen Joachim Höppner (Herr der Ringe) zog sich Dux in bemerkenswert authentischer Weise den langen grauen Mantel samt spitzem Hut über und verkörperte den Zauberer Gandalf in allen drei Teilen der High-Fantasy-Blockbuster. 2012 Der Hobbit: Eine unerwartete Reise, 2013 Der Hobbit: Smaugs Einöde und 2014 Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere.

Eckart Dux kann seine Stimmfarbe unglaublich stark variieren. Und dennoch, es bleibt immer Dux, ein Synchronschauspieler mit großem stimmlichen Wiedererkennungswert. Der sympathische und äußerst vitale Synchronsprecher ist Mitglied im Gesangverein seines Wohnortes. Donnerstags geht es auch heute noch zur Chorprobe, um die Stimme fit zu halten. Klar, immerhin kennt der über 90-jährige kein Rentenalter. „Also für so einen älteren Herrn, einen Opa, gibt’s immer noch irgendwo eine Rolle,“ erzählte er erst kürzlich mit leuchtenden Augen in einem Interview. Die Rolle als älterer Herr verkörpert der wundervolle Eckart Dux perfekt. Wenn er beispielsweise mit seiner goldenen Sichel auf Eichen wachsende Misteln schneidet, um daraus einen Zaubertrank zu brauen. Die Rolle als weiser, ehrwürdiger Druide Miraculix in der Hörbuchreihe der Asterix und Obelix-Comics ist ihm auf den Leib geschrieben. Seine großartige Stimme regt die Fantasie und das Kino im Kopf an. Sei es als Erzähler in Hörproduktionen der Kriminal-Bestseller von Edgar Wallace oder wenn Dux Gastrollen in großartigen Hörspielen wie Die drei ???, Ein Fall für TKKG oder Gruselkabinett übernimmt.

Ein Beruf, eine Passion. Bereits im Alter von zehn, elf Jahren wusste Eckart Dux, dass er einmal Schauspieler werden würde. „Dadurch ist man ja das ganze Leben glücklich, also wenn man einen Beruf macht, der glücklich macht.“ Noch während der Schulzeit kaufte er mit einer Freundin – die seinerzeit schon Ballett-Unterricht nahm, verschiedene Bücher. Diese wurden gelesen, auswendig gelernt und dann gespielt. Sein Publikum war die Familie, seinerzeit in Görlitz. Früh nahm Dux Schauspielunterricht. Im Spätherbst 1947 arrangierte seine Lehrerin ein Vorsprechen am Renaissance-Theater Berlin, der ambitionierte junge Mann überzeugte den damaligen Direktor: „Ja, ich engagiere sie und zahle die Schauspielschule plus Gage. Gesamt 400 Reichsmark.“ Für Dux blieb zwar nur ein Viertel übrig, doch es ging immer irgendwie und sein Traum hatte sich erfüllt. In einer Zeit, als es noch nicht einmal Fernseher gab, stand er bereits auf der Bühne. Spielte mit großartigen Schauspielern wie Heinz Rühmann (Die Feuerzangenbowle) oder auch Theo Lingen (Die Lümmel von der ersten Bank) und kam im Verlauf zum Fernsehen. Das singende klingende Bäumchen, Der Kommissar, Tatort, Rosamunde Pilcher, Adelheit und ihre Mörder etc., es wurden viele Filme.

Eckart Dux ist ein großartiger Schauspieler. Ganz gleich, ob er am Theater oder vor laufender Kamera agiert. Doch sein allergrößtes Potential ist und bleibt seine unverwechselbare Stimme, dass wussten auch schon früh namhafte Marken zu nutzen. „Das neue Litamin Shower & go. Einfach duschen, doppelt pflegen.“ Die Werbestimme von Eckart Dux führte zahlreiche Markenbotschaften, sei es im Radio oder über Fernsehspots: „Der neue Meister Propper, für tollen Glanz im ganzen Bad.“

Im Bad stand Eckart Dux stimmlich bereits Generationen zuvor. Seinerzeit tauchte er für Anthony Perkins in die Rolle des krankhaft mutterfixierten Serienmörders Norman Bates ein. In einer Szene des Alfred Hitchcock-Klassikers Psycho wird die weibliche Hauptprotagonistin unter der Dusche erstochen. Ein filmischer Ausschnitt, der zu den meistzitierten und bekanntesten Szenen der Filmgeschichte zählt. Psycho schrieb Geschichte, wurde für vier Oscars nominiert und zählt zu den zentralen Werken des Großmeisters Alfred Hitchcock. Eckart Dux war 34 Jahre lang die Standartstimme von Anthony Perkins der 1986, im dritten Teil des Psychotrillers Psycho, nicht nur die Hauptrolle spielte, vielmehr auch die Regie übernahm.

Der einst höchstdekorierte US-Soldat, Audie Murphy (er erhielt alle Auszeichnungen, die sein Land zu vergeben hatte), wurde in den 1950-er und 1960-er Jahren Filmschauspieler. Und Eckart Dux seine deutsche Stimme in Western und Abenteuerfilmen wie „Die letzte Kugel trifft“ oder auch „Der Colt ist das Gesetz.“ Dux ist ebenso die Stimme von George Peppard, u.a. als ehemaliger Soldat in der Actionserie Das A-Team alias Colonel John „Hannibal“ Smith. Unvergessen vor allem die Hollywood-Legende Fred Astaire. Über 76 Jahre tanzte und schauspielte sich der großartige Künstler in die Herzen ganzer Generationen. Alleine mit Ginger Rogers brillierte er als Leinwandpaar in zehn herausragenden Tanzfilmen. Die Stepptanzschuhe des wunderbaren Fred Astaire hatten stimmlich eine hervorragende Passform für den wunderbaren Synchronsprecher Eckart Dux. Er stimmenschauspielte Astaire in wunderbaren Filmen wie Ich tanze nur für Dich oder Osterspaziergang. Keine Frage, Eckart Dux ist ein großer Meister in Kunst und Handwerk der stimmlichen Arbeit. „Der Beruf war immer eine Passion, eine Leidenschaft, die man hat und das ist auch bis heute so geblieben,“ womit der unvergleichliche Synchronsprecher den Nagel auf den Kopf getroffen hat.

H Ö R B E I S P I E L E:

Hörprobe 1:

Hörprobe 2:

Hörprobe 3:

Hörprobe 4:

Interview:

 

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